Apple iPhone 7 (Plus) vs. Google Pixel (XL) – ausgewählte Features im Vergleich

Mit den Google-Smartphones Pixel und Pixel XL kann sich der Hersteller mit Apples iPhone auf Augenhöhe messen. Googles Betriebssystem Android gibt es zwar schon lange; aber es bekommt mit den Pixel-Geräten neue Funktionen wie zum Beispiel den Google Assistant, der zu Apples Siri unter iOS vergleichbar, wenn nicht sogar überlegen ist, da eben der umfangreiche Index des Suchmaschinen-Giganten hintendran steht. Mit der Herstellung eigener Hardware bringt Google so auch die Entwicklung der eigenen Software und die Nutzung der zahlreich erhobenen Daten – auch für ein besseres Nutzungserlebnis – voran. Schauen wir auf die Smartphones der Oberklasse, abgesehen von den grundsätzlichen Unterschieden zwischen den Betriebssystemen iOS und Android, so fällt auf, dass die Einstiegspreise exakt gleich sind: Ab 759 Euro für das Gerät mit dem kleineren Bildschirm und 32 GB Speicher und ab 899 Euro für das Gerät mit der größeren Bildschirmdiagonale.

Größenvergleich iPhone 7 vs. Pixel und iPhone 7 Plus vs. Pixel XL

Google Pixel und Google Pixel XL vs. Apple iPhone 7 und Apple iPhone 7 Plus
Google Pixel vs. Apple iPhone 7 und Apple iPhone 7 Plus vs. Google Pixel XL

Das kleinere iPhone 7 mit seinem 4,7 Zoll-Display ist noch etwas kleiner und ggf. handlicher als das Pixel mit seinem 5-Zoll-Bildschirm. So ist das Pixel ca. 2,5 mm breiter und 5,5 mm länger, also schon einen halben Zentimeter, bei 143,84 mm Gesamtlänge und 69,54 mm Breite. Die Geräte sind rund 7 mm dünn. Allerdings ragt die Glasfläche auf der Rückseite des Pixel zusätzlich noch rund 1,5 mm heraus.

Bei den 5,5-Zoll-Modellen ist das iPhone 7 Plus rund 2 mm breiter und 3,5 mm länger als das Pixel XL. Das Apple-Gerät misst 77,9 mm in der Breite und 158,2 mm in der Länge und ist 7,3 mm dünn. Das Pixel XL ist genauso dünn wie das Pixel.

Displaytechnologien und Auflösungen

Google setzt bei der Displaytechnologie auf AMOLED (Active Matrix Organic Light Emitting Diode), bei der Schwarz echtes Schwarz ist, weil diese Pixel einfach dunkel bleiben und nur die Pixel mit anderer Farbinformation einzeln zum Leuchten gebracht werden. Apple setzt auf hinterleuchtete Displays mit IPS-Technologie (In-Plane Switching). Die neuen Displays können einen größeren Farbraum darstellen.

Das 4,7-Zoll-iPhone 7 hat 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi Auflösung. Demgegenüber bietet das 5-Zoll-Pixel schon Full HD (1920 x 1080 Pixel) bei 441 ppi.

Bei den 5,5 Zoll-Geräten macht das iPhone 7 Plus erst den Sprung auf Full HD (1920 x 1080 Pixel) bei 401 ppi. Das Pixel XL geht hier wieder einen Schritt weiter und bietet QHD (2560 x 1440 Pixel) mit 534 ppi.

Bei normalem Betrachtungsabstand dürften die Auflösungsunterschiede nicht zu Buche schlagen. Google zielt aber auch auf Virtual-Reality-Anwendungen und bietet dafür seine Brillenhalterung Daydream View an. – Da hat allerdings Samsung mit seinen Samsung Gear-Produkten – wie zum Beispiel der 360-Grad-Kamera – bisher die Nase vorn. Das Display bei den Apple-Geräten ist druckempfindlich und so lassen sich zum Beispiel Kontextmenüs öffnen.

Fingerabdrucksensor: Funktionen und Positionierung

Fingerabdrucksensor auf der Geräterückseite beim Google Pixel und beim Apple iPhone 7 auf der Vorderseite im Homebutton integriert
Schnelles Entsperren der Geräte mit dem Fingerabdruck. Die Positionierung der Sensoren ist dabei Geschmackssache.

Der Fingerabdrucksensor ist bei Google an der Geräterückseite platziert und ein „Doppelklick“ öffnet die Kamera-App. Der klassische Homebutton auf der Vorderseite der iPhones beinhaltet den Fingerabdrucksensor.

„Die beste Kamera ist die, die man dabei hat…” – Kameras im Vergleich

Gerne werden moderne Handykameras mit großen digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR) verglichen. Es gibt natürlich grundlegende physikalische Unterschiede, wie die Sensorgröße oder die Möglichkeit wechselnde Objektive anzubringen. Lee Morris von Fstoppers, einer US-Amerikanischen Fotocommunity, hat selbst den Vergleich zwischen dem iPhone 7 Plus und einer älteren DSLR mit gleicher Megapixelzahl gemacht. – Auch wenn man den Vergleich unfair nennen könnte, da sich bei den DSLR-Sensoren in den letzten Jahren, vor allem im Bereich der Leistung bei wenig vorhandenem Licht, viel getan hat. So konnte tatsächlich das iPhone 7 Plus gut punkten: Bei weitwinkligen Tageslicht-Aufnahmen und bei schwierigen Lichtverhältnissen und zu guter Letzt, nicht nur mit einem gehörigen Schuss Humor: unter Wasser.

Bokeh – Das Spiel mit der Unschärfe

Im Portrait-Modus, bei dem der Hintergrund unscharf gerechnet wird, kamen schwierige Lichtverhältnisse zum tragen: Das iPhone 7 Plus benutzt zur Berechnung der Unschärfe-Bereiche auch die Aufnahmen des Teleobjektivs, was bei zum Beispiel Dämmerungslicht nicht mehr so gut funktioniert. Für ein schnell im sozialen Netzwerk geteiltes Bild reicht die Qualität da aber allemal. Der Bokeh-Effekt – Unschärfe-Effekt bei dem der Hintergrund unscharf/weichgezeichnet ist – kann im nachhinein nicht verändert werden – das geht hingegen zum Beispiel beim Huawei P9.

Auch das Pixel bietet einen Bokeh-Effekt: Dafür muss die Position des Smartphones nach Anweisung leicht verändert werden. Das ist etwas zeitaufwändiger als beim iPhone 7 Plus, im Ergebnis aber gleichauf. Google wirbt bei seinen Pixel-Modellen damit, dass sie „die am besten bewertete Smartphone-Kamera“ haben, was mit dem DxOMark Mobile-Test unterlegt wird.

Die technischen Daten und Vergleichstests

Google Pixel und Pixel XL Kamera vs. Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus Kameras
ƒ gibt die mögliche Blendenöffnung an, je kleiner die Zahl, desto mehr Licht kann reingelassen werden. Die (Fest-)Brennweite wird in Millimeter angegeben und gibt an, welcher Bildwinkel aufgenommen wird.
  • Die beiden Pixel-Modelle haben die gleiche Kamera mit 12,3 Megapixeln Auflösung und einer weitwinkligen, lichtstarken Linse (f/2,0) mit elektronischer Bildstabilisierung.
  • Die iPhones haben eine 12 Megapixel Kamera mit weitwinkliger, etwas lichtstärkeren Linse (f/1,8) mit optischer Bildstabilisierung.
  • Das iPhone 7 Plus hat zusätzlich noch ein zweites Teleobjektiv – ohne Bildstabilisierung. Mit dem Teleobjektiv ergibt sich eine echte optische 2-fach-Vergrößerung, was im Gegensatz zu rein elektronischem Zoom zu schärferen und detailreicheren Fotos führt.

Die optische Bildstabilisierung macht sich insbesondere bei Aufnahmen aus der Hand bei schwachem Licht positiv bemerkbar.

Der britische YouTuber SuperSaf geht in seinem Vergleich zwischen den iPhone 7 Plus und den Google Pixel Kameras auch auf die Front- bzw. Selfie-Kamera näher ein: Er findet die vom Pixel gelungener. Doch beim iPhone 7 hat auch die Frontkamera einen Blitz. Insgesamt zeigt sein Vergleich der Foto- und Videofunktionen aller Kameras, dass beide Smartphones super Bilder und Videos machen.

Mehr Kontrolle übers Bild mit RAW und Apps

Ein Feature mit dem die iPhones beworben werden, ist dass Fotos jetzt auch im RAW-Format gespeichert werden können. Das RAW-Format sind die unkomprimierten Bildinformationen und das erlaubt in der notwendigen Nachbearbeitung mehr Spielraum, um zum Beispiel eigentlich überbelichtete, zu helle Bildbereiche wiederherzustellen.

Beim Google Pixel lassen sich RAW-Aufnahmen nur über extra Apps machen. Die erlauben zudem die volle manuelle Kontrolle über die Kamera-Einstellungen: so zum Beispiel mit Open Camera. Für RAW-Aufnahmen muss dort allerdings der experimentelle Entwicklungsmodus gestartet werden. Ausserdem braucht es zur Bearbeitung eine weitere App: Das kostenlose Google Snapseed ist zu empfehlen und bietet noch viel mehr – auch für normal aufgenommene Fotos.

RAW-Dateien brauchen gegenüber den JPEG-Fotos viel mehr Speicherplatz. Laut einem Artikel auf der US-Technik-News-Plattform VentureBeat gilt das unbegrenzte Cloudspeicher-Angebot für Fotos, die mit dem Google Pixel aufgenommen wurden, auch für damit aufgenommene RAW-Fotos. Das gibt es beim iPhone nicht. Die volle manuelle Kontrolle über Bildaufnahmen bekommt man unter iOS zum Beispiel mit der beliebten Kauf-App ProCamera.

Noch ein paar Unterschiede und eine Empfehlung

Die Pixel-Phones sind schnellladefähig, so dass 15 Minuten an der Steckdose für sieben Stunden Akkuleistung reichen sollen. Weiterhin gibt es noch eine klassische Kopfhörerbuchse. Das bieten die 7er iPhones nicht. Dafür haben die neuen iPhones Stereolautsprecher und sie sind vor Spritzwasser und Staub geschützt. Allerdings weist der Hersteller im Kleingedruckten darauf hin, dass der Schutz nicht dauerhaft ist und mit der Zeit als Resultat von normaler Abnutzung geringer werden kann. Zudem darf ein nasses iPhone nicht geladen werden. Die Garantie deckt keine Schäden durch Flüssigkeiten ab. Daher empfehlen wir die Oberklassegeräte von Google und Apple sofort mit einer Smartphoneversicherung zu schützen, optional lassen sich die wertvollen Geräte auch gegen Diebstahl versichern. Welches der Geräte nun besser ist, hängt vor allem vom persönlichen Geschmack, welches Betriebssystem man bevorzugt und welche Features einem besonders wichtig sind, ab. Sowohl mit den Google Pixel Geräten als auch mit den Apple iPhone 7 Smartphones, bekommt man Geräte der aktuellen Oberklasse und das eben auch für einen entsprechenden Preis.