Drei Tipps für sofortigen Schutz: Teure Bahntickets

Mit der Bahn fahren ist eine schöne Sache. Nicht selber hinter dem Steuer sitzen müssen, nebenbei Lesen oder Musikhören und ganz entspannt am Zielort ankommen. Nur leider steigen die Ticketpreise fast in jedem Jahr, und Sonderangebots-Tickets, zum Beispiel beim Discounter, gibt es auch nur in sehr unregelmäßigen Abständen.

Wir haben drei Tipps, die Sie sofort vor zu hohen Ticketpreisen schützen.

Worum es geht:


Bei Bahntickets liegen die Preise oft weit auseinander.
Bei Bahntickets liegen die Preise oft weit auseinander.

1. Veranstaltungsticket zum Zielort

Für 99 Euro von Flensburg bis nach Garmisch - hin und zurück? Womöglich noch gegen einen überschaubaren Aufpreis von 60 Euro in der ersten Klasse, inklusive Sitzplatzreservierung? Das klingt unmöglich oder nach einem längst vergriffenen Sonderangebot?
Doch, diese Tickets gibt es. Ganz regulär und für alle Züge des DB-Fernverkehrs. Geringe Zuschläge kommen hinzu, wenn ein Teilstück mit einem Nahverkehrszug gefahren wird.
Möglich machen es die "Veranstaltungstickets", die von der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit Messe- und Kongressveranstaltern, Tourismusverbänden, großen Hotelketten oder auch für DB-eigene Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden.
Die Tickets sollen eigentlich nur als Ergänzung zur jeweiligen Teilnahme an einer Veranstaltung oder einer Hotelbuchung verkauft werden. Über den Suchbegriff "Veranstaltungsticket" findet man die Angebote im Internet. Die Regeln sehen vor, dass der Fahrkartenkontrolleur einen "Teilnahmenachweis", also eine Hotelbuchung, eine Eintrittskarte oder eine Einladung vorweisen kann. Dank oft sehr günstiger Eintrittskarten für die jeweilige Messe, oder ohnehin benötigter Hotelbuchungen etc., lohnt der Aufwand um an eine günstige Bahnfahrkarte zu gelangen. Erfahrene Nutzer dieser Ticket-Option berichten allerdings auch davon, dass eine Kontrolle von entsprechender Belege faktisch nicht stattfindet und auch kaum möglich ist.
Die zu erreichende Ersparnis ist enorm. So kostet ein Veranstaltungsticket von Stuttgart nach Osnabrück, das dort vom lokalen Tourismusverband angeboten wird, statt 208 Euro nur 99 Euro. Bei der Buchung muss sich der Reisende auf einen Zug festlegen, diese Zugbindung kann für Fahrten von Montag bis Donnerstag gegen einen Aufpreis von 40 Euro aufgehoben werden.

2. Der Klassiker die BahnCard - geht auch noch billiger

Den Ticketpreis durch den Kauf einer für ein Jahr gültigen BahnCard um 25 oder gar 50 Prozent zu rabattieren, ist so etwas wie die übliche Variante um an günstige Tickets zu kommen.
Praktischerweise wird dem Reisenden diese Option direkt bei der Online-Ticketbuchung angeboten, und gleich vorgerechnet was die jeweilige Fahrt mit den unterschiedlichen BahnCard-Optionen kosten würden.
"Probe BahnCards" für eine Laufzeit von nur drei Monaten, können bereits bei einer einzigen längeren BahnCard den Preis merklich drücken, doch Vorsicht: Egal ob normale oder Probe BahnCard, wer vergisst rechtzeitig zu kündigen steckt für weitere zwölf Monate in der Abo-Falle.
Die BahnCard gibt es aber gelegentlich zum halben Preis! Glauben Sie nicht? Gibt es aber wirklich. Vom 1. Oktober bis zum 10. Dezember 2016 verkauft die Deutsche Bahn zum Beispiel in den beiden Städten Münster und Osnabrück ihre beliebtesten BahnCards zum halben Preis!
So kostet die BahnCard 25, wenn man sie in den beiden Orten am Bahnhof kauft, für die zweite Klasse nur 31 Euro (statt 62 Euro) und als BahnCard 50 nur 127,50 Euro (statt 255 Euro). Der halbe Preis gilt auch für die 1. Klasse BahnCard, nicht jedoch für die BahnCard 100 und bereits ermäßigte BahnCards, zum Beispiel für Senioren oder Junioren.
Bei einer Ersparnis von bis zu 257,50 Euro für die BahnCard First, lohnt sich also durchaus eine Fahrt in die beiden Aktions-Städte um vor Ort eine Schnäppchen BahnCard zu kaufen.
Ob und wann ähnliche Aktionen in anderen Städten durchgeführt werden, kann mit ein wenig Suchaufwand über das Internet herausgefunden werden; Stichworte "BahnCard zum halben Preis".

Fernweh? Wir kennen tricks für günstige Fahrpreise
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3. Wie wäre es mit der Fahrt in einer Privatbahn?

Und dann wären da noch die privaten Eisenbahnunternehmen, die es auch für Fernverbindungen und nicht nur im Regionalverkehr gibt.
Für größere Distanzen ist das Angebot zwar längst nicht so groß wie in der Region, aber es gibt die privaten Alternativen, man muss sie nur finden.
Durch den von der Deutschen Bahn hart geführten Wettbewerb, haben viele zeitweise etablierte Privatanbieter nur kurz durchgehalten. Zu den länger bestehenden Verbindungen zählt der Hamburg-Köln-Express (HKX), der seit 2012 die Verbindung zwischen dem Rhein und der Elbe zu besonders günstigen Preisen anbietet, und der seit 2005 vorwiegend an Wochenenden verkehrende Harz-Berlin-Express (HBX).
Ob es für die gewünschte Reiseverbindung auch einen privaten Anbieter gibt, und damit Sparpotential gegenüber der Deutschen Bahn, ist in jedem Fall am besten individuell vor der Abreise via Google und Co im Internet zu prüfen.
Wie schnell Privatbahnen wieder das Handtuch werfen können, zeigt die Nachtzugverbindung von Stuttgart nach Berlin, die im Sommer 2009 nach nur 11 Tagen wieder eingestellt wurde.

Auf einen Blick:

Damit Sie günstig mit der Bahn ans Ziel kommen:

  • Suchen Sie Veranstaltungstickets zu Ihrem Zielort und sparen Sie bares Geld
  • Sparen Sie mit der BahnCard zum halben Preis
  • Wenn vorhanden, nutzen Sie das Angebot privater Eisenbahnunternehmen.