Vertrag oder Prepaid: Was ist für Jugendliche besser?

Ohne eigenes Smartphone ist das Leben für die meisten Kinder und Jugendlichen geradezu unvorstellbar. Das Handy gilt zum einen als Statussymbol, wird zum anderen aber natürlich auch sehr ausgiebig für die Kommunikation mit Freunden und neuen Bekanntschaften genutzt. Für Eltern stellen sich in diesem Zusammenhang einige Fragen. Immer wieder ein Thema dabei ist der Punkt, ob der Nachwuchs denn schon mit einem eigenen Handyvertrag ausgestattet werden soll oder ob ein Smartphone mit einer Prepaid-Karte nicht vielleicht doch die bessere Option ist? Vertrag oder Prepaid – wir stellen die Vor- und Nachteile einander gegenüber und geben Empfehlungen, unter welchen Umständen die eine oder andere Variante unter dem Strich am meisten Sinn macht.

 

 

Vertrag oder Prepaid – eine Abwägungssache

Wer sich verschiedene Beiträge zum Thema „Vertrag oder Prepaid“ im Internet durchliest, wird dazu teils komplett gegensätzliche Meinungen finden. Was schon bei Erwachsenen ein kontrovers diskutiertes Thema ist, sorgt umso mehr für Diskussionen, wenn es sich um Kinder oder Jugendliche handelt, die ein eigenes Smartphone bekommen sollen. Nicht wenige Eltern haben hierbei größte Befürchtungen, dass der Handykonsum des Sohnes oder der Tochter völlig außer Kontrolle gerät und sie am Ende des Monats schlimmstenfalls auf hohen Kosten sitzen bleiben. Ist also eine Prepaid-Karte die Universallösung? In mancher Hinsicht spricht sicherlich einiges dafür. Aber es gibt auch Argumente, die eher für einen eigenen Vertrag sprechen. Im Endeffekt ist es also eine Abwägungssache, welche Entscheidung getroffen wird. Nicht zuletzt spielt das Alter des Sprösslings dabei eine Rolle. Dies ist jedoch nur ein Aspekt.

Die Vorteile einer Prepaid-Karte

Um die Frage „Vertrag oder Prepaid für Jugendliche“ für sich selbst stimmig zu beantworten, kann ein Blick auf die jeweiligen Vor- und Nachteile helfen. Beginnen möchten wir mit den Vorteilen von Prepaid-Karten. Sie haben vor allem einen ganz wichtigen Vorteil: Hier haben die Eltern die volle Kostenkontrolle und es gibt beim Blick auf die Handyrechnung keine böse Überraschung. Ganz genau kann vorab festgelegt werden, welche Summe dem Nachwuchs zum Abtelefonieren zur Verfügung gestellt werden soll. Das hat zusätzlich noch den netten Nebeneffekt, dass Sohn oder Tochter lernen müssen, mit einem festgelegten Budget auszukommen – ähnlich wie beim Taschengeld.

Die Konditionen bei der Nutzung von Prepaid-Karten sind heutzutage erstaunlich fair. Das liegt vor allem daran, dass es sehr viele Anbieter auf dem Markt gibt, die mit immer neuen Billigangeboten um die Gunst der Kunden buhlen. So sollte es Eltern gelingen, das Kosten-Nutzen-Verhältnis in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Hier nochmal die wichtigsten Vorteile von Prepaid-Karten für Jugendliche:

  • Eltern haben volle Kostenkontrolle durch vorab festgelegte Summen
  • Jugendliche lernen, mit dem verfügbaren Budget hauszuhalten
  • Faire Konditionen durch Preiskampf der Anbieter
  • Anbieterwechsel jederzeit möglich, da keine Vertragsbindung

Die Nachteile einer Prepaid-Karte

Leider hat die Prepaid-Variante nicht nur Vorteile, sondern es gibt hier auch einige gravierende Nachteile. Dies beginnt allen voran mit einem Punkt, der auch schon bei den Vorzügen aufgelistet wurde. Die im Hinblick auf die Kostenkontrolle positive Tatsache, dass nur ein bestimmtes Guthaben zum Telefonieren oder SMS versenden zur Verfügung steht, kann nämlich auch eine negative Seite haben. Dies ist dann der Fall, wenn die Jugendlichen beispielsweise in einer Notsituation dringend die Eltern kontaktieren möchten, aber das Guthaben bereits aufgebraucht ist. Spezielle Kinder-Tarife beinhalten zumindest die Option, dass die Eltern auch in einem solchen Falle erreichbar bleiben.

Kritisch anzumerken ist an dieser Stelle auch, dass Sonderrufnummern leider nicht über den Anbieter gesperrt werden können. So besteht die Gefahr, durch die Hintertür doch noch in einer Kostenfalle zu landen. Aus diesem Grund sollten die Eltern nach Möglichkeit sämtliche Sonderrufnummern, die bereits im Telefonbuch des Smartphones standardmäßig eingespeichert sind, löschen, bevor der Nachwuchs das Gerät in die Hände bekommt. Zu diesen Nummern zählen zum Beispiel Staumeldungen, Wetteransagen oder auch die Auskunft. Je nachdem, wie intensiv Sohn oder Tochter das Gerät nutzen und auf welche Dienste dabei zurückgegriffen wird, kann ein Vertrag auch kostentechnisch unter dem Strich die sinnvollere Variante sein. Die größten Nachteile von Prepaid-Karten für Jugendliche, kurz und knapp zusammengefasst:

  • In Notfallsituationen kann das Guthaben aufgebraucht sein
  • Sonderrufnummern können versteckte Kostenfalle darstellen
  • Je nach Nutzungsverhalten sind Verträge manchmal günstiger

Die Vorteile eines festen Vertrages

Wer sich überlegt, ob nun Vertrag oder Prepaid die bessere Option für den Nachwuchs ist, der sollte sich selbstverständlich auch mit dem Thema Laufzeitvertrag beschäftigen. Auch hier gibt es Pros und Contras. Wie bei den Prepaid-Karten möchten wir auch hier zunächst auf die Vorteile eingehen. Zu diesen gehört beim Vertrag zum Beispiel, dass der oder die Jugendliche ein hochwertiges Smartphone zu subventionierten Konditionen erhält. Das bedeutet, dass das elterliche Budget in dieser Hinsicht schon mal ein wenig geschont wird.

Hinzu kommt die Tatsache, dass ein fester Vertrag auch im Hinblick auf den Service Sinn machen kann. Denn die Anbieter bieten für Vertragskunden meist ein deutliches Plus an Kundenservice. So können zum Beispiel bestimmte Rufnummern ohne Probleme gesperrt werden. Falls gewünscht, können die Eltern bei einigen Providern sogar dafür sorgen, dass der Internetzugang auf dem Smartphone komplett gesperrt wird. Attraktive Flatrate-Angebote sorgen dafür, dass die Kosten auch beim Vertrag nicht aus dem Ruder laufen und diese Variante sogar im Bezug auf die Kosten oftmals die bessere Wahl sein wird. Hier nochmals die entscheidenden Vorteile eines festen Handyvertrages für Jugendliche:

  • Subventionierte Smartphones schonen das elterliche Budget
  • Besserer Service
  • Spezielle Rufnummern lassen sich einfach sperren
  • Attraktive Flatrate-Angebote

Die Nachteile eines festen Vertrages

Der wohl größte Nachteil eines festen Mobilfunkvertrages ist die festgeschriebene Mindestvertragslaufzeit. Diese liegt in aller Regel bei 24 Monaten – gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit eine nicht gerade kurze Zeitspanne. Denn innerhalb von zwei Jahren kann sich in Sachen Tarife doch so einiges ändern. So kann es passieren, dass die einst so attraktiv erscheinenden Konditionen irgendwann gar nicht mehr so vorteilhaft sind. Zudem müssen die Beteiligten aufpassen, dass eine etwaige Kündigung rechtzeitig in die Wege geleitet wird, ehe sich der Vertrag automatisch weiter verlängert.

Zur Belastung werden können auch die monatlich fälligen Grundgebühren. Denn diese müssen auch dann weiter gezahlt werden, wenn Eltern oder Jugendliche sich dazu entschließen, das Angebot nicht mehr zu nutzen und stattdessen auf eine andere Lösung umzuschwenken. Zu guter Letzt kommt auch noch hinzu, dass – je nach Tarif – natürlich auch die Kostenkontrolle schwer fällt. Nicht in jedem Flatrate-Paket sind wirklich sämtliche Kosten gedeckelt. Enthält der Vertrag zum Beispiel nur 120 monatliche Freiminuten zum Telefonieren, dann können gesprächsfreudige Kids ihre Erziehungsberechtigten ganz schnell in finanzielle Nöte bringen. Zur Übersicht nochmal alle relevanten Nachteile von festen Verträgen für Jugendliche:

  • Lange Mindestvertragslaufzeiten
  • Monatliche Grundgebühr muss bis zum Ende der Laufzeit gezahlt werden
  • Mögliche Kostenfallen

Fazit: Alles vor allem eine Frage des Alters

Vertrag oder Prepaid – was ist nun für Jugendliche die bessere Lösung, wenn ein neues Smartphone angeschafft werden soll? Wie unsere ausführliche Betrachtung gezeigt hat, gibt es Argumente für beide Varianten. Genauso finden sich jeweils Punkte, die dagegen sprechen. Letztendlich lässt sich festhalten, dass Eltern vor allem je nach Alter und individuellem Entwicklungsstand des Nachwuchses entscheiden sollten. Für Kids unter 14 Jahren ist die Prepaid-Karte in aller Regel empfehlenswerter.

Ältere Jugendliche können meist schon vernünftiger mit dem Smartphone umgehen und sind sich auch der möglichen Kostenfallen eher bewusst. Geht die Tendenz in Richtung Laufzeitvertrag, dann sollte das Nutzungsverhalten des Sohnes oder der Tochter vor einer Entscheidung genau betrachtet werden. Generell macht es Sinn, sich für Tarife zu entscheiden, bei denen die monatliche Grundgebühr nicht zu hoch ist. Tarife mit Mindestumsatz sollten vermieden werden.